Bildungsverordnung Laborantin EFZ / Laborant EFZ

Gemäss Bundesgesetz über die berufliche Grundbildung (BBG) sind die Organisationen der Arbeitswelt (OdA) verpflichtet, die reglementarisch festgelegten Berufsausbildungen den eidgenössischen Vorgaben entsprechend zu reformieren. Die Schweizerische Gesellschaft der Chemischen Industrie, SGCI Chemie Pharma Schweiz, hat vom Bund den Auftrag erhalten, die Reform der bestehenden Reglemente für Laboranten/-innen der Fachrichtungen Biologie, Chemie und Textil in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, Institutionen, dem Bund und den Kantonen zu organisieren und durchzuführen. Im Jahr 2004 wurde dazu eine gesamtschweizerische Reformkommission gegründet. Sie besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Bund (strategische Projektleitung), Kantonen (inkl. Berufsfachschulen), OdA der Arbeitgeberseite (operative Projektleitung) und den OdAs der Arbeitnehmer FLB und SLV. Ebenfalls in der Reformkommission Einsitz genommen hat der Verband Schweizerischer Farb- und Lackfabrikanten, VSLF, um das Berufsfeld Laborantin EFZ / Laborant EFZ mit der Fachrichtung Lack zu erweitern und damit eine Basis für die berufliche Grundbildung von Lacklaboranten/-innen zu erarbeiten.

Die zentrale Aufgabe der Reformkommission ist die Schaffung eines Berufsfeldes in welchem die vier oben genannten Fachrichtungen vereint werden. Mit fachlicher Unterstützung und unter Mitwirkung verschiedener Personen aus dem Umfeld der Delegierten hat die Reformkommission in den vergangenen Monaten die Bildungsverordnung und den Bildungsplan für das Berufsfeld Laborantin EFZ/Laborant EFZ erarbeitet. Diese beiden Dokumente werden die bestehenden Reglemente ersetzen. Die Zusammenarbeit innerhalb und über die Reformkommission hinaus verlief äusserst zielorientiert und konstruktiv. Wichtige Teilziele auf dem Weg zur neuen Bildungsverordnung, wie die interne Vernehmlassung durch die OdAs, die Konsistenzprüfung und die Ticketvergabe durch das BBT (formale Gutheissung für den weiteren Projektverlauf) wurden erreicht. Aktuell befinden sich die Bildungsverordnung und der Bildungsplan in der externen Vernehmlassung. Sie können, neben anderen Informationen zum Reformverlauf, auf http://www.bbt.admin.ch in der Rubrik Themen/Vernehmlassung eingesehen werden. Die Inkraftsetzung der Bildungsverordnung ist auf 1.01.2008 vorgesehen, so dass der 1. Lehrgang nach neuer Verordnung im August 2008 starten und im Jahre 2011 die Lehre abschliessen kann. Die Umsetzung der Reform befindet sich also auf Kurs und der Zeitplan kann eingehalten werden. Die externe Vernehmlassung wird im Februar 2007 abgeschlossen sein. Alle Eingaben werden in der Folge von der Reformkommission geprüft und die Dokumente wo nötig entsprechend angepasst. Nach erfolgtem Erlass durch das BBT werden die Kantone die Umsetzung der Reform sicherstellen. Dabei muss im Wesentlichen die rechtzeitige Information und Schulung der diversen Anspruchsgruppen organisiert und in Zusammenarbeit mit den OdAs umgesetzt werden. Gegenüber der bisherigen Berufsausbildung von Laborantinnen und Laboranten weist die neue berufliche Grundbildung Unterschiede auf, die in der Ausbildung berücksichtigt werden müssen und deshalb eine koordinierte Umsetzungsphase erforderlich machen.

Die wichtigsten Neuerungen sind:

  1. Schaffung eines Berufsfeldes mit 4 Fachrichtungen
  2. Unterteilung des Berufsfachschulunterrichts in "Grundlagen" (gleiche Inhalte für alle Fachrichtungen) und "berufsfachrichtungsspezifisch"
  3. Anpassung des Qualifikationsverfahrens (Lehrabschlussprüfung) an die neuen Gegebenheiten

Die Umsetzungsphase beinhaltet auch die Überarbeitung der bestehenden Lehrpläne durch Anpassung der Inhalte und Ziele an die neuen Vorgaben. Es wird Sache der einzelnen Berufsfachschulen, Anbietern von überbetrieblichen Kursen und Betrieben sein, diesen Schritt zu koordinieren und zu vollziehen. Der Bildungsplan liefert die Vorgaben zu dieser wichtigen Aufgabe. Die Leit-, Richt- und Leistungsziele, wie sie im Bildungsplan formuliert sind, beschreiben das anzustrebende Endverhalten angehender Laborantinnen EFZ und Laboranten EFZ im Sinne der Handlungskompetenz. Mit welchen Methoden und auf welchen Pfaden dies erreicht werden soll, ist Bestandteil von Lernzielkatalogen, Modelllehrplänen, etc.

Die Spezialisierung vieler Betriebe fordert fundiert ausgebildetes Fachpersonal mit den entsprechenden Kompetenzen und der Fähigkeit flexibel zu agieren. Das Berufsfeld Laborantin EFZ/Laborant EFZ soll einerseits sicherstellen, dass die berufliche Grundbildung diesen Ansprüchen gerecht wird und andererseits sollen die Parallelen der vier Fachrichtungen in der Ausbildung von Jugendlichen gewinnbringend genutzt werden. Bei der Erarbeitung der neuen Bildungsverordnung wurde die Chance genutzt den Anforderungen der Arbeitwelt auf der einen und den Vorgaben des BBT auf der anderen Seite gerecht zu werden.

Der Bildungsplan 2008 dieses Berufsfeldes liegt nun in den Sprachen deutsch, französisch und italienisch vor.

 

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